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Sie haben Fragen? Wir haben die Antworten.



ENTDECKEN

Textil Sammlung

Wo landen die Textilien?

Herausforderungen: Die Realität unserer Arbeit

EPR & Gesetzeslage

Textil Sammlung

  • Ja, ist es!

    Die ungünstigste Option ist es, Kleidung in den Müll zu werfen. Es gibt jedoch auch Unterschiede zwischen den Sammelstellen. Es kommt vor, dass Kleidungsstücke, die in kommunalen oder karitativen Sammelcontainern abgegeben werden, ohne Sortierung verkauft werden und an Orten landen, an denen es an Kontrolle und Übersicht fehlt. So verschmutzen Textilien häufig die Umwelt, in die sie niemals gelangen sollten.

    Bei Looper haben wir eine andere Vorgehensweise. Wir haben ein strukturiertes Sortiersystem, in dem jedes Kleidungsstück genau geprüft und in eine von über 300 Kategorien eingeordnet wird.

    Wir gehören zu einer kleinen Gruppe spezialisierter Sortierer und arbeiten stetig daran, die Technologien und Abläufe in der Textilsammlung und -sortierung zu verbessern. Wenn Sie eine Sammelstelle in Ihrer Nähe nutzen, die mit Looper Textile Co. zusammenarbeitet, haben Ihre Kleidungsstücke eine sehr gute Chance auf ein zweites Leben.

  • Im Jahr 2024 wurden 65% der von uns gesammelten Textilien wiederverwendet. 25% wurden als Textilrohstoff an Recyclingunternehmen weitergegeben. Wir arbeiten in beiden Bereichen mit Unternehmen zusammen, denen wir vertrauen, um sicherzustellen, dass jedes Teil seinen Weg in die nachhaltigste Weiterverwendung findet.

  • Die Kund:innen geben die Kleidungsstücke in einem unserer teilnehmenden Geschäfte ab, von wo sie zu unseren Sortieranlagen transportiert werden.

    Sobald die Kleidungsstücke bei uns eintreffen, werden sie einzeln nach Zustand, Stil und Material bewertet und entsprechend der EU-Abfallhierarchie sortiert. Das bedeutet, dass die Wiederverwendung dem Recycling vorgezogen wird.

    Unser Sortierprozess vereint gut geübte manuelle Sortierung mit fortschrittlicher Technologie. Wir haben eine hochmoderne automatisierte Sortieranlage, die mit Nahinfrarot (NIR) und optischen Sensoren verschiedene Materialzusammensetzungen erkennen kann. Diese genaue Materialerkennung ermöglicht es uns Textil-zu-Textil-Recyclingunternehmen, genau das passende Material zur Verfügung zu stellen.

    Ob ein Kleidungsstück wieder getragen werden kann oder in etwas Neues verwandelt wird – wir sorgen dafür, dass jedes Teil eine zweite Chance erhält.

    Wir setzen uns auch dafür ein, bestehende Systeme weiterzuentwickeln. Wir verfolgen Textilien, die unsere Anlagen verlassen, so weit wie möglich. Außerdem führen wir regelmäßige „Deep Dives” durch und stehen so im Austausch mit unseren Abnehmer:innen. Über die Menschen vor Ort und unsere Erlebnisse berichten wir in der Rubrik „Einblicke”.

  • Die meisten Menschen sind sich des Werts ihrer Kleidung oder der negativen Auswirkungen auf die Umwelt beim Entsorgen nicht bewusst. Aktuell werden über 60% der Kleidung in der EU über den Restmüll entsorgt. Was sehr schade ist, denn dies ist ein direkter Weg in die Müllverbrennung und eine verpasste Chance.

    Nach der Sammlung warten die nächsten Herausforderungen. Nicht jeder Textilsortierer verfolgt dieselben Ziele. Es gibt Unternehmen, die hochwertige Artikel aus gesammelter Kleidung heraussuchen und den Rest unsortiert in großen Mengen exportieren.

    Diese Art der Sortierung kann dazu führen, dass beispielsweise ein dicker Wintermantel auf einem tropischen Markt landet oder Kleidungsstücke, die keinen Marktwert mehr haben, an einem Ort ohne vernünftige Entsorgungsinfrastruktur gelangen. Schlecht oder gar nicht sortierte Alttextilien enden so häufig im Abfall, obwohl sie eigentlich noch anderweitig verwertet werden könnten.

  • Ja, die lokale Wiederverwendung wäre grundsätzlich am besten. In einem perfekten zirkulären System würden Altkleider an einem Ort gesammelt, sortiert und wiederverwendet oder recycelt werden. Aktuell existiert so ein System leider nicht.

    Es gibt Regionen, in denen mehr Altkleidung anfällt, als Bedarf an Secondhand-Ware besteht. Wir verstehen es als unsere Aufgabe diese Lücke zu überbrücken. Wir sortieren Textilien sorgfältig und präzise und exportieren nur dorthin, wo eine echte, nachgewiesene Nachfrage besteht. Unsere weltweiten Abnehmer für Secondhand-Kleidung können gezielte Bestellungen aufgeben – nach Kleidungstyp und Qualität – damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Kleidungsstücke tatsächlich noch einmal getragen werden.

    Wir setzen uns auch verstärkt dafür ein, bestehende Systeme weiterzuentwickeln. Wir verfolgen die Textilien, die unsere Anlagen verlassen, so weit wie möglich. Außerdem führen wir regelmäßige Deep Dives durch und stehen so im Austausch mit unseren Abnehmern. In der Rubrik „Einblicke” können Sie mehr über die Menschen vor Ort und unsere Erlebnisse erfahren.

    Bis Reuse und Recycling-Systeme überall wirklich lokal verfügbar sind, konzentrieren wir uns darauf, jedem Kleidungsstück eine Chance auf ein zweites Leben zu ermöglichen.

Was passiert mit der Kleidung?

  • Wenn es ein perfektes zirkuläres System gäbe, würden Kleidersammlung, und -sortierung sowie Reuse und Recycling alle am selben Ort stattfinden. Ein solches System existiert derzeit jedoch nicht.

    Wir haben einen guten Überblick über unsere Daten und die Mengen, die pro Land gesammelt und sortiert werden. Derzeit ist es nicht möglich, bestimmte Chargen aus Land X bis zu einem konkreten Verkaufs- oder Verwertungsort zurückzuverfolgen, da die Materialien während der Verarbeitung vermischt werden. Dieser Ansatz ist branchenweit gängige Praxis.

  • Im Jahr 2024 wurden 35,3% unseres Reuse-Volumens innerhalb Europas verkauft. Die meisten Regionen produzieren wesentlich mehr Altkleider, als lokal wiederverwendet werden können. Gleichzeitig ist die Infrastruktur für die professionelle Sortierung und das Textil-zu-Textil-Recycling sehr begrenzt – und oft nur auf wenige Standorte konzentriert. Aus diesem Grund arbeiten wir weltweit mit verantwortungsvollen Partnerunternehmen zusammen, um Endverbraucher:innen für die von Ihnen gespendete Kleidung zu finden. Zu unseren zehn wichtigsten Wiederverwendungszielen zählen unter anderem Pakistan, die Elfenbeinküste, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Rumänien und Italien.

  • Die Entsorgung von Textilien stellt ein großes Problem dar, das zeigt, dass in der Industrie weltweit Herausforderungen mit dem Abfallmanagement bestehen.

    Wir übernehmen die Verantwortung dafür, diesen Umgang mit Alttextilien zu verändern. Wir exportieren niemals unsortierte Textilien. Stattdessen arbeiten wir mit Händler:innen, die selbst bestellen, was auf ihrem Markt benötigt wird. Durch diese Herangehensweise können wir sicherstellen, dass alles, was wir verschicken, dort erwünscht ist und tatsächlich getragen wird.

    Wir sind stolz auf unser Exportmodell und die gut gepflegten Beziehungen zu den Händler:innen, weil wir darin die beste Chance sehen, die Wegwerfkultur zu vermeiden und sorgsamer mit unseren wertvollen Ressourcen umgehen zu können.

  • Es ist leider nicht möglich, bei Millionen von Textilien jedes einzelne Teil bis zum Endkunden nachzuverfolgen. Allerdings bemühen wir uns, unsere Verkaufsströme auf der Gesamtebene zu analysieren. So können wir nachverfolgen, welche Kleidungskategorien an welche Kleinunternehmen oder Produktströme verkauft werden.

    Um sicherzustellen, dass die Kleidung tatsächlich ein gutes zweites Leben erhält, dokumentieren wir auf der ersten Verkaufsebene alles, was möglich ist. Außerdem besuchen wir die Schlüsselmärkte regelmäßig bei unseren „Deep Dives”. Hier sehen wir uns genau an, was vor Ort ankommt und wie es genutzt wird.

    Kein System ist risikofrei, denn es gibt Bereiche in der Industrie, in denen eine genaue Überwachung derzeit nicht möglich ist. Wir haben unseren Ansatz jedoch so ausgerichtet, dass wir Risiken minimieren können und die Kleidung, die wir aufwendig sortieren, nicht als Abfall in der Umwelt landet.

  • Eine nachvollziehbare Frage – die wir uns auch immer wieder stellen. Aktuell ist es einfach so, dass die Systeme für Reuse und Recycling weltweit nicht gleich verteilt sind. Wenn Kleidungsstücke an einem Ort weggegeben werden, werden sie häufig an einem anderen Ort gebraucht.

    Bei Looper verschicken wir Kleidung, sortieren sie sorgfältig und wählen sie basierend auf bestehender Nachfrage aus. Wir arbeiten mit Unternehmen zusammen, die entsprechende Bestellungen abgeben, und wählen die passende Kleidungsstücke aus.

    Wir sehen auch die Nachteile des internationalen Handels, weshalb wir in Systeme investieren, die Sortierung und Sammlung räumlich näher zusammenbringen.

    Zirkularität in der Textilindustrie entwickelt sich noch – deshalb investieren wir heute in eine bessere Zukunft.

On the ground, following textiles…

Live from Lome, Togo

Herausforderungen: Die Realität unserer Arbeit

    1. Wir können nicht genau nachverfolgen, was mit der Kleidung passiert, sobald sie unseren Handlungsbereich verlässt. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir hier im Dunkeln arbeiten. Wir analysieren unsere Verkaufsströme auf der Gesamtebene. Dadurch wissen wir, welche Kleidungskategorien an welchen Orten genutzt werden.

    2. Das Textilrecycling und die dafür benötigten Technologien befinden sich derzeit in einem Entwicklungsprozess. Deshalb ist die Sortierung für das Recycling aktuell nicht profitabel und es macht wirtschaftlich keinen Sinn, sich nur darauf zu konzentrieren. Aus diesem Grund besteht eine geringe Nachfrage nach Recycling-Rohstoffen. In diesem komplexen Bereich müssen sich mehr Akteure zusammenschließen, damit unsere Bemühungen Wirkung zeigen.

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EPR & Gesetzeslage

  • Wir unterstützen starke und umsetzbare Regeln, die den Standard für die gesamte Textilbranche erhöhen. Wir finden, die Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) sollte über reine Formalität hinausgehen. Sie sollte eine Rechenschaftspflicht fördern, die sicherstellt, dass „Best Practices” von Produktdesign und -produktion über die Sammlung und Sortierung bis hin zu Reuse und Recycling eingehalten werden. Außerdem sollte sie Schäden bei den von Textilströmen betroffenen Gemeinschaften und der Umwelt vorbeugen.

    Ohne klare Durchsetzung, hohe Standards und die richtigen Anreize (Ökomodulation) könnte EPR dazu führen, den Status quo zu festigen, statt ihn zu verändern. Wir arbeiten mit der Politik zusammen, um sicherzustellen, dass die Systeme tatsächlich die Veränderung bringen, die sie versprechen.

  • Wir sehen die Zukunft in einer harmonisierten Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) in allen EU-Staaten, unterstützt durch Ökomodulation, Ökodesign und verbindliche Vorgaben für den Anteil an Recyclingmaterial.

    Klare und einheitliche Standards sind entscheidend, um Verantwortlichkeit zu schaffen, Fragmentierung zu verringern und die Kreislaufwirtschaft in der Textilindustrie grenzüberschreitend zu maximieren.

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Industriepartner, mit denen wir arbeiten: